„Hünnije im Wandel der Zeit“

Eingeläutet wurde der Sonntag um 10 Uhr in der Katholischen Kirche St. Peter und Paul mit einem ökumenischen Gottesdienst.  Höhepunkt und Abschluss des Festwochenendes bildete um 14.30 Uhr der Festzug unter dem Motto „Hünnije im Wandel der Zeit“. Insgesamt gab es 64 Zugnummern mit rund 1130 Teilnehmern. Darunter 16 Musikkapellen und der Musikwagen von „Drei Nejer un en Bunn“. Neben den drei Rheinbrohlern (‚Nejer’) Friedel Labonde, Günter Labonde und Arno Rick spielt dort der einzige Hönninger (‚Bunn’ = Bohne) Konrad Hecken, der gleichzeitig Schirmherr der 1000-Jahrfeier ist.
Trotz zwischenzeitlicher Schauer ließen es sich die Einwohner von Bad Hönningen, aber auch zahlreiche auswärtige Besucher es sich nicht nehmen, diesem Großereignis beizuwohnen. Manch einer munkelte schon, dass mehr Zuschauer den Zugweg säumten als beim Karnevalsumzug. Ihnen wurde aber auch einiges an Attraktionen geboten.
Einige Gruppen präsentierten Maurer, Zimmerleute und Bauern zur Zeit der Erbauung des Schlosses Arenfels. Die Kita „Casa Vivida“ und die Kita „Casa Feliz“ stellten den Beginn der Rheinschifffahrt dar. Das Damenkomitee Mokkakännchen erinnerte an die Wäscherinnen am Rhein, die bereits Victor Hugo 1842 in seinem Buch „Der Rhein“ beschrieb. Drei Wagen erinnerten an die Erbohrung der ersten Kohlensäurequellen Ende des
19. Jahrhunderts und der kurz darauf beginnenden Chemischen Industrie in Hönningen mit dem Aufbau der Chemischen Fabrik 1890 durch Walter Feld. Innerhalb weniger Jahre war aus dem einstigen Bauerndorf ein Industrieort geworden. Aber auch die Anfänge des Badewesens in Hönningen in den 1930er-Jahren wurde gezeigt. Eine private Initiative einiger Bewohner der Neustraße stellten die 1920er-Jahre dar mit einem Original-Oldtimer aus dieser Zeit. Die Freiwillige Feuerwehr Vettelschoß bereicherten den Festzug mit einer alten Feuerwehr-Spritze und Feuerwehrkameraden in historischen Uniformen. Das Fährboot „Brisiacum“ ist für viele Bad Hönninger und Bad Breisiger noch in guter Erinnerung. Das Schiff wurde 1953 von der Hilgers-Werft gebaut. Sie tat ihren Dienst über 60 Jahre lang, bis der Fährbetrieb 2015 eingestellt wurde. Auch hier wurde mit einem Wagen dieser Fähre gedacht. Die Cohorte XXVI präsentierte das Limes-Erlebnismuseum RömerWelt. Auch das Dachdeckergeschäft Klein war vertreten. Es ist eines der ältesten Hönninger Handwerksbetriebe
und feiert im kommenden Jahr ihr 300jähriges Firmenjubiläum.
Vier Ehrenamtler aus Bad Hönningen (Hans-Joachim Moser, Franz Schuhmann und sein Sohn Stefan Schumann sowie Hans-Josef Weißenfels) haben in mühevoller Arbeit zur 1000-Jahrfeier der Stadt das alte Uhrwerk restauriert. Dieses schlummerte fast 15 Jahre lang in der Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, nachdem ein Funkuhrantrieb eingesetzt worden war. 1903 wurde das nun in über 250 Stunden Arbeit restaurierte Uhrwerk in die Kirchturmsuhr der Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul eingebaut. Die restaurierte Uhr wurde auf einem Wagen präsentiert.
Unter dem Motto „Vereine stellen sich vor“ nahmen die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 1654 e.V., das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in ihren historischen Uniformen, der Junggesellenverein 1764 Bad Hönningen e.V., die Hönninger Karnevalsgesellschaft 1891 e.V., der Tischtennis-Club (TTC) Bad Hönningen, der in seiner Gruppe auf den in den 50er- und 60er-Jahren bekannten und beliebten „Ping-Pong-Ball“ zurückblickte, und der SSV Bad Hönningen 1920 e.V, der im kommenden Jahr sein 100jähriges Jubiläum feiern kann.
Aber auch der Kegeltourismus und die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit St. Pierre les Nemours wurden im Festzug gewürdigt. Der Kath. Kindergarten Bad Hönningen und die Marienschule nahmen als kleine Winzer (‚Winzlinge’) mit einer großen Schar am Festzug teil und symbolisierten mit
ihren Trauben die jahrhundertelange Winzertradition. Zur Geschichte von Bad Hönningen gehört auch der Weinbau. In Bad Hönningen gab es seit 1949 ein Weinfest. Auf dem Wagen und in der Fußgruppe waren ehemalige Weinmajestäten aus Bad Hönningen zu sehen. Auf dem Planwagen der Ehrengäste befanden sich Ehrenbürger Franz Both mit seiner Ehefrau Anneliese sowie die beiden Pfarrer Christian Scheinost (Kath. Kirchengemeinde) und Christoph Schwaegermann (Evang. Kirchengemeinde). Den krönenden Abschluss bildete der Planwagen des Organisationsteams der 1000-Jahrfeier, begleitet von der Sambagruppe União do Samba aus München, die schon das ganze Festwochenende an verschiedenen Schauplätzen für Riesenstimmung gesorgt haben.
Der Festzug ging bis zur Sprudelhalle, wo im Anschluss das Festwochenende mit der
„After Zuch Party“ausklang.

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